Wer heutzutage eine Internetleitung mietet, muss damit rechnen, dass er nur über DS-Lite (Dual-Stack Lite) angebunden wird. Das bedeutet, man erhält keine eigene IPv4-Adresse, sondern teilt sie sich mit anderen und kann somit von außerhalb nicht mehr über IPv4 auf sein Heimnetzwerk zugreifen. Ziemlich ärgerlich ist das besonders dann, wenn man beispielsweise seinen eigenen NAS-Server oder seine Überwachungskamera von außerhalb über IPv4 erreichen möchte. Im Folgenden liste ich dir zwei Möglichkeiten, wie du trotz DS-Lite eine eigene IPv4-Adresse erhälst und einen Tipp.

  1. Portmapper
  2. VPN-Server
  3. Tipp: Business Internetanschluss

Portmapper

Ein Portmapper vermittelt zwischen IPv4 und IPv6 und ermöglicht so den Zugriff über IPv4 auf das Heimnetzwerk. Diesen kann man entweder selbst auf einem Server betreiben oder man mietet diesen Dienst bei einem entsprechenden Anbieter. Man muss jedoch beachten, dass die Daten bei solch einem Dienstanbieter unverschlüsselt über die Server übertragen werden und theoretisch mitgelesen werden können.

 

vServer oder Root-Server gibt es beispielsweise bei Netcup.de bereits ab 0,19€/Monat (VPS 10 G7) in Aktionszeiträumen!

 

Aus diesem Grund zeige ich dir hier, wie du einen Portmapper unter Linux mit 2 Zeilen aufsetzt.

Was benötigen wir?

  • vServer oder Root-Server mit Linux (dieser darf sich nicht im Heimnetzwerk befinden und benötigt eine IPv4- und IPv6-Adresse)
  • 6tunnel
  • IPv6-Freigaben im Router

Zuerst einmal installiere ich 6tunnel auf meinem Server:

sudo apt-get install 6tunnel

 

Danach kann ich auch schon den ersten Tunnel mittels folgender Syntax erstellen:

6tunnel IPv4-Port IPv6-Adresse IPv6-Port

 

In meinem Fall möchte ich von außerhalb auf meinen Webserver zugreifen, der sich in meinem Heimnetzwerk hinter meinem Router befindet.

  • Port meines Webserver: 80
  • öffentliche IPv6-Adresse meines Webservers (Beispiel): 2001:0db8:85a3:08d3:1319:8a2e:0370:7344

Also muss ich folgenden Befehl ausführen:

6tunnel 80 2001:0db8:85a3:08d3:1319:8a2e:0370:7344 80

 

6tunnel leitet nun alle einkommenden Anfragen auf Port 80 von meinem vServer an meinen Webserver weiter. Wie du die IPv6-Freigaben in deinem Router verwalten kannst, ist modellabhängig. Eine Einschränkung existiert jedoch: Der Portmapper funktioniert lediglich mit TCP-Verbindungen.

VPN-Server

Im Gegensatz zum Portmapper lässt sich ein VPN-Server nicht so schnell einrichten. Er bietet aber auch einige Vorteile:

  • Unabhängig von der IPv6-Adresse eines Clients
  • Der gesamte Datenverkehr ist verschlüsselt
  • Sicheres surfen in öffentlichen Netzwerken

Der VPN-Server agiert hier als Router, denn er erhält alle Anfragen von außerhalb und leitet sie an die jeweiligen Clients weiter. Geräte im Heimnetzwerk können entweder direkt dem VPN als einzelne Clients beitreten oder man bindet das gesamte Heimnetzwerk über den Router als Client ins VPN ein.

Wenn du mehrere Geräte von außerhalb erreichen und nicht andauernd den Portmapper bei IP-Änderungen neu konfigurieren möchtest, dann solltest du dir vielleicht überlegen zu solch einem VPN-Server zu greifen. Ansonsten ist der Portmapper vollkommend ausreichend.

 

Da das Internet überschwemmt ist von Anleitungen zur Installation von OpenVPN unter Linux werde ich das hier nicht nochmal erklären.

Tipp: Business Internetanschluss

Wer mit Linux nichts am Hut hat, der kann es sich auch ganz leicht machen und einfach einen Business Internetanschluss mieten. Dies ist in der Regel auch als Privatperson möglich, verursacht ein wenig mehr Kosten, bietet aber auch mehr Upload, einen schnelleren Support bei Problemen, eine statische IPv4-Adresse und benötigt am wenigsten Aufwand.

 

Fragen? Oder vielleicht weitere Vorschläge? Ab in die Kommentare!